Aktuelles 501-550


Hier finden Sie "Aktuelles" in Beitragsform von Dr. Bernd W. Dornach und Gastautoren.

  • Beitrag 508/1 - Manipulation durch KI nachgewiesen - Zwei Seiten der Medaille

    Manipulation durch KI nachgewiesen


    Zwei Seiten der Medaille



    Dr. Bernd W. Dornach


    Intensive Nutzer meines Blogs kennen meine Antwort, was mich früh für das Thema Marketing begeistert und nicht mehr losgelassen hat: Vance Packard`s Buch von 1975, Die geheimen Verführer, Der Griff nach dem Unterbewussten in jedermann. *


    Dies aus einer Begeisterung für die zentrale Frage, wie man den Verkauf unterstützen kann. Das war in der Wirtschaftswunderzeit noch nicht ganz so wichtig wie heute. Der Verkäufermarkt (stärkere Position des Verkäufers, mehr Nachfrage als Angebote) hat sich infolge der Industrialisierung schon frühzeitig in den Käufermarkt gedreht (stärkere Position des Käufers, mehr Angebot als Nachfrage).


    Die zweitwichtigste Einflusskomponente meiner Arbeit erfuhr ich durch die Forderungen des Konsumerismus, um die negativen Einflüsse der intensiven Verkaufsbemühungen der Industrie in Grenzen zu halten. Meine erste wissenschaftliche Arbeit dazu trug den Titel "Der Einfluss des Konsumerismus zum Ausgleich der Interessen von Angebot und Nachfrage." Inspirator war der Anwalt und Verbraucherschützer Ralph Nader (Buch "Unsafe at any speed 1965). Seine Aktivitäten führten beispielsweise dazu, dass ab 1976 sechs Jahre aus Sicherheitsgründen bei Überschlag keine Cabrios in USA hergestellt wurden.


    Die nächste große Wegweisung erfolgte durch meine Zeit in der Werbeagentur der Herrwerth & Partner Gruppe. Hier konnte ich neben meinem psychologisch orientierten Forscherinteresse (H&P Zielgruppenforschung) vor allem die Bedeutung des kreativen Denkens kennen lernen. Aus dem Agentur-Motto von Werner Herrwerth resultiert übrigens auch der Titel unseres aktuellen Buches:


    "Wir fangen an zu denken, wo andere aufhören."


    Die Zeit der Priorisierung der Kreativ-Agenturen hat sich bis heute gehalten. Einer der ganz großen in dieser Liga, Jean-Remy von Matt, ist am 14.04.2026 ab 18:00 Uhr zu Gast beim Marketingclub Augsburg mit seinem Buch über die Erkenntnisse aus seinem kreativen Leben.** Meine anfängliche Verortung zum Forschungsprojekt zur Hinterfragung der Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) ging anfänglich auch in die Richtung, dass Zielpersonen mit diesem Mindset individueller Kreativität (IK) der Künstlichen Intelligenz (KI) immer noch überlegen sind. Wie lange gilt diese Ansage noch?


    Zurück auf Null zum Buch von Vance Packard aus dem Jahr 1957: In einer neuen Studie von Forschern der Cornell Tech in New York ließ man mehr als 2500 Teilnehmer Texte zu diversen Themen schreiben. Einige davon mit Unterstützung eines KI-Schreibassistenten, der eine bestimmte Meinung bevorzugte. Dabei zeigte sich, dass die Studenten ihre eigenen Ansichten zunehmend an die Positionen der KI anpassten. Das Phänomen fiel den Probanden nicht einmal mehr selbst auf. Auch der zusätzliche Hinweis, dass der KI-Support voreingenommen sein könnte brachte keine wesentliche Reduzierung des Effektes. Auch der Einfluss mit KI-Informationen vor der Bearbeitung und bei einer Kontrollgruppe während der Bearbeitung wurde untersucht. Resultat: In der Kontrollgruppe, die während des Schreibens Informationen von KI eingespielt bekam, wurden diese sogar häufiger übernommen. "Die zeigte, wie subtil KI Haltungen zu verschieben vermag, selbst wenn Nutzer wissen, dass sie voreingenommen ist, so die Autoren." ***


    Switch auf die aktuelle Zeit, wo die Themen der Zeit von den drei K: Kriege, Krisen und KI dominiert werden, die immer tiefer ineinandergreifen. Alex Dogan zitiert im Pioneer das Gedankenexperiment, wenn die Entscheidung der Maschine über Krieg und Frieden entscheiden soll. Forscher des King`s College London ließen in einer Untersuchung mehrere große Sprachmodelle militärische Kriegsszenarien durchspielen. Das Ergebnis: "In 95 Prozent der Simulationen endete die Entscheidung der Maschine bei einem Atomschlag. Nicht ein einziges System entschied sich für eine Kapitulation. Noch bedenklicher wird dieses Ergebnis, wenn man bedenkt, dass KI längst Teil moderner Kriegsführung ist." ****


    Und auch zum Marketingeffekt gibt Thomas Tuma im zitierten Beitrag gleichzeitig ein Beispiel mit aktuellen Zahlen:


    Europas größter Modehändler Zalando hat ein eigenes KI-Tool entwickelt, das seinen Kunden, die Zalando aufgrund seines digitalen Geschäftsmodelles bestens kennt, maßgeschneiderte Angebote macht. Die im Marketing längst geforderte Individualisierung der Angebote wird damit durch den KI-Einsatz Realität. Umsatzplus im letzten Jahr knapp 17 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Die Zahl der bestellten Produkte je Lieferung sei im Schnitt um 13 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Retouren dagegen um 8 Prozent gefallen.


    Die andere Seite der Medaille: Das Zalando-Logistikzentrum in Erfurt wird Ende September 2026 geschlossen, wovon 2.700 Beschäftigte betroffen sind. Der 2012 eröffnete Standort entspricht nicht mehr den europaweiten modernen Anforderungen einer Neuordnung der Logistikstruktur.


    Dies als weiterer Input für unser Forschungs-Projekt zur individuellen Beurteilung der Faktenlage im Vorspann zu unserer nächsten Zukunfts-Tagung am 16.10.2026.


    * Packard, Vance: Die geheimen Verführer, Der Griff nach dem Unterbewusstsein in jedermann. Ullstein Buch Nr. 402


    ** Von Matt, Jean-Remy: AM ENDE, Erlebnisse und Erkenntnisse aus meinem kreativen Leben. ISBN: 978-3-430-21209-0


    *** Tuma, Thomas: Macht uns KI zu ihren Marionetten, in: FOCUS Plus Briefing vom 13.03.2026, Studie von Mor Naaman.


    **** Alex Dogan, stellvertretende Chefredakteurin, in: The Pioneer vom 14.03.2026


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  • Beitrag 507/1 - Löst KI-Dominanz die Wissensgesellschaft ab? - Ein Bericht mit eigenem Erfahrungs-Hintergrund

    Löst KI-Dominanz die Wissensgesellschaft ab?


    Ein Bericht mit eigenem Erfahrungs-Hintergrund



    Dr. Bernd W. Dornach


    Erlauben Sie mir zur Verortung dieser provokanten Thematik einen Blick zurück, um nach vorne zu schauen.


    Zu meiner Studienzeit gab es schon die Erkenntnis: "Wissen ist, wenn man weiß wo es steht." Die wissenschaftlich orientierte Ausbildung war aber damals -zumindest nach meinen Erfahrungen- schon geprägt durch individuelle Anwendung der Inputs. Also nicht nur ein lehrbuchhaftes Lernen sondern ein themenspezifisches Reproduzieren für die praktische Anwendung. Ich kann nach den Erfahrungen an der Augsburger Reformuniversität mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichem Anspruch nur sagen: "Glück gehabt." Und meine Vita ist individuell, ähnelt aber denen vieler Studienkollegen.


    So habe ich auch früh mein "Geschäftsmodell" entwickelt, Skripten der Vorlesungen zu erstellen und diese den unteren Semestern feil zu bieten. Darin standen neben weiterführender Literatur auch Tipps zur Tickung der Lehrstuhlinhaber und seiner Assistenten, was sich für Prüfungsvorbereitungen sehr bewährte. Die nachträgliche Beschäftigung in schriftlicher Form mit den Vorlesungsinhalten brachte gleichwohl mir selbst den größten Verständnisnutzen sowie entsprechende Lerneffekte. "Wer schreibt der bleibt."


    Besonders wertvoll war dazu mein frühes Engagement als Dozent der Volkshochschule bereits während der Studienzeit, wo ich das Wissen gleich direkt an die Zuhörer auf Basis der Skripten weitergeben konnte. Auf höherer Warte dann beim Aufbau des IHK-Lehrangebotes "Fachkaufmann Marketing". Meine Firma UNI MARKETING (daher die Bezeichnung) habe ich bereits als Student gegründet und später auch Kollegen für Aufträge vermittelt. Der weitere Weg als Assistent am Lehrstuhl wurde abgelöst durch die Marketingleitung eines großen regionalen Handelsunternehmens und als Mitgesellschafter einer Werbeagentur sowie freiberuflicher Trainer, Speaker und Berater. Meist fanden die verschiedenen Engagements überlappend und sogar zeitgleich statt. Aus den früheren Skripten ist meine eigene Schriftenreihe entstanden, in der in diesem Jahr auch mein 11. Band erscheint. Das Raster das wir vermittelt bekommen haben und permanent individuell weiterentwickelt haben, war die Basis.


    Ein Werdegang, mit dem wir gemeinsam auch heute noch ganz gut unterschiedliche Sachverhalte verorten und Problemlösungen anbieten können. Speziell mit den interdisziplinären Kompetenzen durch den sukzessiven Ausbau von Experten im UNI MARKETING TEAM.


    Deswegen trauen wir uns auch aktuell relativ souverän an die Auseinandersetzung mit dem KI-Boom heran und nutzen die neuen Möglichkeiten im Team zunehmend, wenngleich mit kritischem Abstand auf Basis langjähriger Erfahrungen, konstruktiv als Anregung und Support und nie als fertige Problemlösung. Letzteres wäre ein Angriff auf unser Selbstverständnis und die Auflösung von uns selbst.


    Die Relativierung dieser typischen Werdegänge ist aktuell im vollen Gange. Vergleichbar mit einer bipolaren Skala mit drastisch zunehmender Quote der KI-Verlässlichkeiten und Reduktion des eigenen analogen Basiswissens.


    Ein typischer Prozess, den wir bei unserem Forschungs-Projekt zu den Chancen der Generation Beta (2025 geboren) im letzten Jahr herausgearbeitet haben ist die Tatsache, dass gerade die Berufseinsteiger in immer mehr Firmen bereits heute mit zunehmender Tendenz durch KI ersetzt werden können. Anders ausgedrückt: Anfangsstellen, um diese Erfahrungen aufzubauen, fallen weg.


    Und auch folgende Entwicklung ist nicht mehr zu übersehen. KI als selbstlernendes System lernt offensichtlich schneller, als die nachkommende Wissensgesellschaft.


    Immer mehr Unternehmen bereiten sich durch Stellenabbauprogramme im großen Stil heute schon darauf vor. Nachvollziehbar auch als Weg, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.


    Dass dieser Prozess sich in zunehmenden gesellschaftlichen und gesundheitlichen Konsequenzen abspielt, steht auf einem anderen Blatt.


    Deshalb habe ich im Verbund mit einer Meta-Studie dazu und ausgewiesenen Gastautoren die Initiative zu einem weiteren Buch ergriffen.


    Auch um die Diskussion dazu anzuregen. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen zu diesem Projekt mit offenem Ausgang.


    service@uni-marketing.de


    Und laden ausgewählte Interessenten gerne zur nächsten Zukunfts-Tagung am 16.10.2026 ein, bei dem das neue Buch vorgestellt wird.


    https://www.unimarketinggroup.de/zukunftstag-2026


    Herzlich Willkommen.


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  • Easy Going Beitrag 506/1 - Zusammenhalt der Generationen - Von den Bienen lernen

    Zusammenhalt der Generationen


    Von den Bienen lernen



    Dr. Bernd W. Dornach


    Das Lebenszyklus-Modell ist im Marketing schon lange bekannt. Insbesondere wird damit meist die Attraktivität der Produkte und Unternehmen im Zeitablauf erklärt. Der Abgesang auf viele Firmen, deren in die Jahre gekommene Unternehmer ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, um sich rechtzeitig auf die Unternehmens-Nachfolge vorzubereiten, ist vielfach beschrieben. Auf der anderen Altersseite die Start-Ups der jungen Generationen, die oft kurze Laufzeiten aufweisen, weil wichtige Basics im Zeitablauf und der Wachstumsphase nicht durchgestanden werden. Ganz zu schweigen von der Dauerdiskussion über die neuen Werte der Generation Z und ff.


    Seltener sind die natürlichen menschlichen Veränderungsprozesse im Zeitablauf eines Lebens Gegenstand der Analyse. Noch seltener die Kooperationsmodelle der Generationen entsprechend dieser Umstände. Wohl bekannt ist allerdings die wachsende Einsamkeit der älteren Generation, wenn Sie "aussortiert" wurden und sich daraus auch mangelnde "Vorsorgungsmodelle" ergeben.


    Vielleicht können wir dabei von den Bienen lernen? *


    Ausgangspunkt der vergleichenden Analyse dieser Inspiration:


    "Der Mensch hat oft Probleme damit, Älteren noch etwas zuzutrauen. Die Biene nicht."


    1. Bienen unterscheiden ihre Aufgaben nach dem Modell der Lebenszyklen mit einer naturkonformen Strategie: Die Jüngsten pflegen als Ammen die Larven. Dafür sammeln die Älteren den Nektar als Blüten und Pollen. Die älteren Bienen sind eigentlich im Endstadium ihres Lebens angekommen und weisen dementsprechend auch Symptome der menschlichen Demenz auf. Ihre biologische Uhr läuft ab.


    2. Kehren diese ehemaligen Versorgungsbienen allerdings zur Pflege zurück, schwächt sich der Alterungsprozess ab oder dreht sich sogar um. Nach Experimenten der Biologin Gro Amdan von der Arizona State University im zitierten Beitrag verändern sich sogar die biochemischen Strukturen der älteren Bienen drastisch. Die Bienen werden nicht fitter, wenn sie sich im Alter schonen. "Pflege ist komplexer als das Sammeln." Während Sammlerinnen bei Ihren Aufgaben allein unterwegs sind, verlangt die Pflegearbeit ständige Interaktion. Und genau das scheint das Gehirn zu schützen!


    3. Bei Menschen ist der Befund ähnlich gelagert: "Wer im Alter Verantwortung übernimmt und sozial eingebunden ist, bleibt geistig fitter. Positive Beziehungen und Kommunikation sind entscheidend."


    4. Bettina Hartmann vom Senior Expert Service weiß "Was man nicht nutzt geht verloren." Die Organisation vermittelt Senioren, die dies annehmen wollen und der Meinung sind "Ich muss jetzt noch was tun, sonst bricht mir zu viel weg."


    5. Typische Aussage dieser Senioren: " Ich habe so viel angesammelt in meinem Leben - ich möchte teilen."


    6. Bei den Bienen stellt sich die Frage gar nicht. "Sie kennen keinen Ruhestand und wohl auch nicht die Vorstellung, dass ihre Erfahrung an Wert verlieren könnte."


    7. Genauso wie bei den Menschen gibt es auch bei den Bienen unterschiedliche Persönlichkeitstypen. Nicht alle sind dazu bereit. "Entscheidend ist auch bei ihnen die Offenheit für die Veränderung." Die Ergebnisse vieler Studien meines Instituts bestätigen dies als größtes Problem in unserer Gesellschaft deutlich


    8. Bettina Hartmann fordert dazu:


    "Auch die Arbeitgeberseite sollte Bedingungen schaffen, unter denen ältere Menschen noch Spaß haben, zu arbeiten. Wir sollten uns also nicht fragen, wieso wir so früh aufhören, Älteren wirkliche Herausforderungen zuzutrauen - sondern ihre Erfahrungen auch als eigene Ressource sehen." 


    * Stratmann, Lenja: VON DIR LERNEN. Hey, Oma: Kannst Du mir bitte dabei helfen! In: ZEIT WISSEN, Nr. 02/2026



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  • Beitrag: 505/1 - Quintessenz: Die wichtigsten Aussagen der besten Bücher aus Dr. Dornach`s Archiv - Edward de Bono`s DENKSCHULE. Zu mehr Innovation und Kreativität

    Quintessenz: Die wichtigsten Aussagen der besten Bücher aus Dr. Dornach`s Archiv


    Edward de Bono`s DENKSCHULE. Zu mehr Innovation und Kreativität *



    Dr. Bernd W. Dornach


    Die hier besprochene Publikation ist als englische Version in einem Londoner Verlag erstmals vor ziemlich genau 40 Jahren erschienen. In der deutschen Version 10 Jahre danach 1995 als Sonderausgabe im Orbis-Verlag.


    Die Besprechung mit ausschnittsweiser Zitation im bewährten 8-Punkt-Format erfolgt auch mit dem Seitenhieb auf die vielen "gutgemeinten Ratschläge" den Altbestand über Bord zu werfen und sich den vielen aktuellen Veröffentlichungen dazu zu widmen (noch der bessere Tipp!) oder sich der Einfachheit halber auf die KI zu verlassen (der wesentlich schlechtere Tipp!).


    Ich zitiere ausschnittsweise aus einem vorderen Kapitel mit der Überschrift "Der Denker", den wir symbolisch nach einer der bekanntesten Werke von Auguste Rodin von 1906 auch für unsere Urkunden zum Förderpreis verwenden.


    Damit beantwortet de Bono kurz und bündig die neu von mir aufbereitete Frage: 


    Wie könnte man einen effektiven Denker definieren?


    1. An seiner Absicht: Als jemand, "der sein Denken willentlich einschalten und bewusst in jede von ihm gewünschte Richtung lenken kann."


    2. An seiner Vorgehensweise: Als jemand, "der sein Denken kontrolliert und nicht einfach von Idee zu Idee, von Gefühl zu Gefühl wandert."


    3. An seiner Definitionsfähigkeit: Als jemand, "der seine Denkaufgabe genau definieren und sich dann an die Durchführung machen kann."


    4. An seiner Einstellung: "Denken vermittelt ihm ein freudiges Gefühl, auch wenn er einmal nicht so erfolgreich ist. Er ist zuversichtlich und entschieden, aber gleichzeitig auch bescheiden."


    5. An seiner Zurückhaltung:  "Er erkennt, dass jede Annäherung nur eine von vielen Möglichkeiten ist, wobei er die meisten überhaupt nicht in Betracht zog."


    6. An seiner Bodenhaftung: "Er schwelgt nicht in übermäßiger Intellektualisierung, ist nicht übertrieben kritisch oder zittert vor Unentschlossenheit... Arroganz stellt für ihn die größte Denksünde dar."


    7. An seiner Zielorientierung: "Nach Abschluss seines Denkvorgangs ist er in der Lage herauszufinden, welchen Fortschritt er nunmehr erzielte. Auch wenn er zu keiner zufriedenstellenden Antwort gelangt, lernt er doch, sich mit dem Erreichten zu bescheiden."


    8. An seiner Offenheit: "Er ist sich bewusst, was getan werden muss, auch wenn er selbst nichts unternehmen kann."


    Und insgesamt immer offen mit dem Blick über den Tellerrand und dem Bewusstsein für die Notwendigkeit des Denkens auch von seinem Umfeld: 


    "Er beobachtet die Denkweise anderer, und zwar nicht, um deren Fehler herauszufinden, sondern eher wie ein Kartograph, der das Terrain erkundet."


    Letztlich also eine ganz bewährte Strategie von einem der großer Kreativitätsforscher zum Titel unseres neuen Buches.


    "Wir fangen an zu Denken, wo KI aufhört." 


    Auch gut geeignet zum Gehirntraining für Selberdenker und bewußtem Umgang fremder Quellen wie KI.


    * De Bono, Edward: DENKSCHULE. Zu mehr Innovation und Kreativität. ISBN: 3-572-00695-3


    Eine frühe Würdigung erfährt de Bono´s Werk bei: Kotler, Philip und Trias de Bes, Fernando: LATERALES MARKETING FÜR ECHTE INNOVATIONEN, Auf Abwegen zum Erfolg. ISBN: 3-593-37566-4



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  • Beitrag 504/1 - Ausschreibung Förderpreis UNI MARKETING TEAM

    Ausschreibung Förderpreis UNI MARKETING TEAM


    Die Förderpreise des UNI MARKETING Teams werden für besonders inspirierende Beispiele im Umfeld der Forschungs-Projekte unseres Instituts verliehen. 


    Die Bewerber werden von den Experten der jährlichen Zukunfts-Tagungen vorgeschlagen und dort mit einer Laudatio und Urkunde ausgezeichnet.


    Auf Basis der Tagungsergebnisse werden die Preisträger durch ausgewählte Referenten unseres Teams mit einer Anfangsberatung unterstützt.


    Ziel der Initiative ist es, die Verzahnung der wissenschaftlich orientierten Forschungs-Projekte mit der konkreten Umsetzung in der Praxis hervorzuheben. 


    Die nächste Auszeichnung erfolgt bei der Zukunfts-Tagung am 16.10.2026 zum Schwerpunkt der kritischen Auseinandersetzung mit den Chancen und Gefahren der Künstlichen Intelligenz.


    Dazu wird auch wieder ein neues Buch unserer Schriftenreihe erscheinen: https://www.unimarketinggroup.de/buecher


    Für Rückfragen steht zur Verfügung: Dr. Bernd W. Dornach, UNI MARKETING Institut, Postfach 102543, 86015 Augsburg, Mail: service@uni-marketing.de


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  • Gastbeitrag 503/1 - "Die Städte sind für Dich gebaut ..." (Bert Brecht) - Einladung zum Gespräch über Städte, Medien und Politik - am 11. Februar 2026

    "Die Städte sind für Dich gebaut ..." (Bert Brecht)


    Einladung zum Gespräch über Städte, Medien und Politik


    Nachgang zu unserer Veranstaltung "Die dritten Orte" bei den Zukunfts-Tagungen am 10.10.2025 im CARDAMOCCA


    Bert Brecht hat sich ausgiebig mit den Lebensbedingungen in den Städten befasst. Doch wie aktuell sind seine Beobachtungen? Darüber spricht Moderator und Brecht-Experte Günter Berg mit drei Experten, die sich täglich berufsmäßig mit städtischen Alltagsgeschäften beschäftigen: Als Politikerin im Bundestag und in den Medien-Redaktionen in Augsburg und München.


    Von Brechts Texten und Gedichten ausgehend diskutiert die Experten-Runde, was lebenswerte Städte heute ausmacht und vor welchen baulichen, ökologischen und sozialen Herausforderungen Stadt- (und Speckgürtel-) Bewohnerinnen und Bewohner heute stehen. Und welche Rolle die Bürgerinnen und Bürger spielen (sollten).


    Bericht von Nils Söder


    1. Ausgangsfrage: Wie „artgerecht“ sind unsere Städte heute?


    Bertolt Brecht hat früh gefragt, unter welchen Bedingungen Menschen in Städten leben, arbeiten, hoffen – oder scheitern.


    Die Veranstaltung „Die Städte sind für dich gebaut – Brecht im Gespräch über Städte, Medien und Politik“ nimmt diese Frage auf und überträgt sie konsequent auf die Gegenwart von Augsburg und seinem Umland.


    2. Forschungslabor Stadt: Bayernkolleg als Bühne für Zukunftsfragen


    Der Ort ist klug gewählt: Das Bayernkolleg Augsburg – eine Schule für Erwachsene mit eigener Transformationsgeschichte – wird zur Bühne für ein Stadtlabor im Brecht’schen Sinne.


    Hier diskutieren Expertinnen und Experten nicht theoretisch „über“ Stadt, sondern aus ihrer täglichen Praxis in Politik, Verwaltung und Medien heraus.


    3. Drei Perspektiven auf Stadt: Politik, Verwaltung, Medien


    Auf dem Podium treffen sich eine Bundestagspolitikerin, Fachleute aus der Kommunalverwaltung und Redaktionen aus Augsburg und München.


    Sie bringen jene Spannungsfelder mit, die wir aus unserer Forschung zu Innenstadtentwicklung, Handel und urbanem Lebensgefühl kennen: bauliche Verdichtung, soziale Spaltung, Mobilität, Klimadruck – und die Frage, wer in der Stadt überhaupt noch gehört wird.


    4. Die Rolle der Bürgerinnen und Bürger: Zuschauer, Statisten – oder Mitregisseure?


    Von Brechts Texten ausgehend fragt der Abend, welche Rolle Bürgerinnen und Bürger heute in der Stadtentwicklung spielen sollen – und tatsächlich spielen.


    Aus Marketingsicht ist das die Schlüsselfrage: Bleibt Stadtgestaltung ein „Top down Projekt“ oder gelingt die Transformation zu einer echten Mitmach Bühne, in der aus Konsumenten von Raumgestaltungen aktive Co Produzenten des urbanen Lebensgefühls werden?


    5. Medien als Stadtmacher: Wie Bilder von Stadt unser Verhalten steuern


    Mit Peter Müller, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, sitzt ein zentraler „Stadtbild Gestalter“ auf dem Podium.


    Wie Medien Stadt zeigen – als Konfliktraum, Möglichkeitsraum oder „Problemzone“ – beeinflusst, wie Menschen in Augsburg investieren, bleiben, wegziehen oder sich engagieren; genau hier knüpfen unsere eigenen Beiträge zu Innenstadt, Handel und Markenprofilierung an.


    6. Brecht und Augsburg: Vom Brecht-Shop zur Stadtmarke


    Dass der Vorverkauf über die Buchhandlung am Obstmarkt läuft, ist kein Zufall: Sie beherbergt den weltweit einzigartigen Brecht Shop und ist Herzstück der „Brecht Meile“ in der Innenstadt.


    Augsburg nutzt dieses Erbe zunehmend strategisch – als kulturelles Alleinstellungsmerkmal, als emotionalen Anker im Städtemarketing und als Symbol für kritische, aber lebensbejahende Urbanität.


    7. Musik, Text, Diskussion: Orchestrierung statt Einzelmaßnahmen


    Mit Moderator und Brecht Herausgeber Günter Berg sowie Live Musik von Klarinette, Saxophon und Kontrabass entsteht ein bewusst orchestrierter Abend.


    Das Format selbst wird damit zum Lehrbeispiel für modernes Marketing: Inhalte, Personen, Räume und Emotionen werden so verknüpft, dass ein Erlebnis mit Nachhall entsteht – weit über den Veranstaltungstermin hinaus.


    8. Impulse für das „Marketing der nächsten Stadt-Generation“


    Aus Sicht unserer Forschung zur Zukunft der Innenstädte, Markenführung und Lebensqualitäts Indikatoren stellt dieser Abend mehr dar als „Kulturprogramm“.


    Er liefert konkrete Denkanstöße, wie Städte wie Augsburg ihre Rolle neu definieren können: als lernende Organisationen, die Brechts Fragen nach Gerechtigkeit, Teilhabe und Lebensqualität ernst nehmen – und daraus ein zeitgemäßes, glaubwürdiges Stadt Marketing entwickeln.


    11. Februar um 19:30 - 22:00

    Bayernkolleg Schillstraße 100, 86169 Augsburg


    Ein Gespräch über aktuelle Politik, über das Stadtleben und natürlich auch über Bert Brecht.


    Vorverkauf: Buchhandlung am Obstmarkt, Tel. 0821/ 518804, Eintritt: 15,- €


    https://www.buchhandlung-am-obstmarkt.de/veranstaltungen/




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  • Beitrag 502/1 - Früher Blick über den Tellerrand im Handel - Weichenstellungen des Aldi-Clans bereits in den 70er Jahren

    Früher Blick über den Tellerrand im Handel


    Weichenstellungen des Aldi-Clans bereits in den 70er Jahren



    Dr. Bernd W. Dornach


    Es gibt wohl keine Branche, die aktuell nicht vor den notwendigen Veränderungsprozessen steht. Oft sind Maßnahmen unter Zwang strategisch weniger erfolgreich, als frühzeitige Weichenstellungen. Von den Erfahrungen in guten Zeiten ganz zu schweigen. Wir von UNI MARKETING schätzen aus diesem Grund schon immer die Devise "lieber zwei Schritte zu früh als einen Schritt zu spät." Zurückgeblieben ist ein Reservoir von nicht umgesetzten Maßnahmen und nicht realisierten Konzepten. Zum aktuellen Status Quo möchten wir auch behaupten, dass KI-Empfehlungen in dieser Liga eher noch nicht vergleichbar sind. Und wir sammeln für unseren als Think-Tank gedachtes Konzept der Zukunfts-Tage mit unserem Team bevorzugt solche Ideen mit dem Blick über den Tellerrand. 


    Berichte und Denke zur Nachahmung empfohlen. Gerne mit Ihrem Bericht im Blog und Herzlich Willkommen zu unserer nächsten Zukunfts-Tagung am 16.10.2026.


    Hier dazu ein Bericht über ein Konzept aus dem LEH, dass auch wir trotz intensiver Marktbeobachtung bisher nicht auf dem Schirm hatten. Entdeckt in einem Bericht im aktuellen manager magazin mit dem Titel: 


    "DER HIPPIETRAUM DER ALDI-FAMILIE" *


    1. Die Gebrüder Aldi haben mit der systematischen Perfektion der Discount-Idee im Handel Geschichte geschrieben. Bereits Ende der 70er-Jahre machte der Aldi-Clan durch die Übernahme von Trader Joe`s in Kalifornien wohl den besten Deal, der auch vielen Insidern entgangen sein dürfte - heute aber als Konzept auch für Europa taugen könnte? Daher dieser Beitrag.


    2. Der Kultstatus von Trader Joe`s hat viele Influencer inspiriert. Natascha Fischer folgen fast zwei Millionen Menschen auf ihrem Instagram-Account "TraderJoesList", auf dem sie fast täglich neue Produkte aus dem Sortiment ausprobiert und bewertet. Geld bekommt sie von Trader Joe`s keines, weil es die Supermarktkette nicht nötig hat.


    3. Die Performance von Trader Joe`s mit dem Kultstatus schreibt sich so: Ständig wechselndes Sortiment, bunt gestaltete Läden mit Karibikmotiven, dazu passend mit Karibikhemden bekleidete Verkäuferinnen zu deren Job explizit auch der Small Talk mit der Kundschaft gehört. Damit hat sich die Marke nach dem amerikanischen Handelsexperten Errol Schweizer "eine echte Gefolgschaft" aufgebaut, ein Phänomen, worüber kein Wettbewerber in der Form verfüge. In New York oder London sind die Einkaufsbeutel aus Baumwolle begehrte und teils teuer gehandelte Modeaccessoires. Städte betteln in der Firmenzentrale im kalifornischen Monrovia regelmäßig um die Ansiedelung einer Filiale, um einzelne Viertel aufzuwerten. Dem Aldi-Clan ist seitdem das Kunstwerk gelungen, neben ihrer Stammmarke Aldi Nord eine hochprofitable Zweitmarke als "Anti-Aldi" mit zuletzt 622 Filialen aufzubauen, die im vergangenen Jahr wieder zum beliebtesten Supermarkt in Amerika gekürt wurde.


    4. Der uns aus seinen geschätzten Veröffentlichungen zur Aldi-Erfolgsstory bekannte Dieter Brandes, aus denen ich viele Studieninhalte und Vorträge ableiten konnte, hat den Coup damals im Auftrag von Theo Albrecht eingefädelt, der die Rechte für das Amerika-Geschäft seinem Bruder Karl Albrecht abgetreten hatte und der als Aldi Süd 1976 die erste US-Filiale eröffnete. Zukäufe waren Theo Albrecht aber nicht verboten. Dieter Brandes handelte nach dem dreifachen der ursprünglich gebotenen Summe auch den vom Verkäufer geforderten Deal aus, dass nichts am Konzept geändert werde. Der Gründer Joe Coulombe beteiligte die Mitarbeiter am Unternehmen, setzte diese unterschiedlich ein und bezahlte sie überdurchschnittlich gut. Ein reines Invest, dsas getreu der Aldi-Tradition extrem verschwiegen blieb.


    5. Ganz in Aldi-Gangart verzichtet auch Trader Joe`s auf Schnickschnack, allerdings gekonnt ohne den Billigcharme zu versprühen. Auch bei den Spirenzchen der Wettbewerber mit Experimenten hält sich Trader Joe`s zurück und bleibt in seinem Angebotskonzept ziemlich konsequent. Als Systemmerkmal wandelt sich das Sortiment allerdings permanent. Auf bekannte Marken wird weitestgehend zu Gunsten von lukrativen  Eigenmarken verzichtet. Und dabei wird konsequent auf ein Produkt statt mehrerer Alternativen gesetzt, das vorher durch dezidierte Geschmackstests von besonders qualifizierten Testpersonen geprüft wird. Der deutsche Handelsexperte Carsten Kortum wird im Beitrag mit der Aussage zitiert: "Die emotionale Anziehungskraft von deren Eigenmarken ist einzigartig."


    6. Obwohl ein professionelles Einkaufs- und Distributionssystem ("Optimierung bis ins Detail") dahintersteckt, wirkt Alles eher wie ein Garagenflohmarkt und selbst gemacht, sehr chaotisch und kreativ. Das Ergebnis überzeugt: Trader Joe`s verkauft im Quadratmeterumsatz mehr als jeder andere US-Lebensmittelhändler mit verhältnismäßig hoher Personalquote.


    7. Bessere Entlohnungen als der Branchendurchschnitt ziehen auch bessere Leute an. Eine ganz natürlich nachvollziehbares Erfolgsmodell erlebt auch hierzulande trotz KI bedingter Kündigungswellen so langsam eine Wiedergeburt, wie Andrea Wenzel in einem Beitrag in der Augsburger Allgemeinen gerade aufzeigt.**


    8. Den inspirierende Beitrag im manager magazin schließt die Autorin Mirjam Hecking mit der Vermutung, dass der Erfolg vielleicht auch das europäische Aldi-System einmal ergänzen könnte. Das sehe ich ganz genau so! Zu wünschen wäre es in Zeiten der ausufernden Konzentration auf den Preiswettbewerb und austauschbarer Angebote für eine besondere Anspruchsgruppe auf jeden Fall. Und die Erlebnisqualität der Innenstädte würde sich in den Discount-Schlachten mit Döner- und Pizza-Offerten an jeder Ecke auf jeden Fall verbessern. 


    * Hecking, Mirjam: DER HIPPIETRAUM DER ALDI-FAMILIE, in: manager magazin 02/2026


    ** Brandes, Dieter: Die 11 Geheimnisse des ALDI-Erfolges, ISBN: 3-593-37294-0, sowie: Konsequent einfach, die Aldi Erfolgsstory, ISBN: 3-453-15525-4


    ** Wenzel, Andrea: Weniger Arbeitszeit, mehr Gehalt - warum diese Augsburger Chefs ihren Angestellten etwas gönnen, in: Augsburger Allgemeine vom 18.01.26


    Korrespondierende Beiträge zum Aldi-Prinzip im Blog unter den Nummern 178/1 sowie 058/1 sowie zur Attraktivität der Flohmärkte unter der Nummer 080/1.


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  • Beitrag 501/1 - Wikipedia 25 Jahre am Markt - Vom Gestern für Morgen lernen

    Wikipedia 25 Jahre am Markt


    Vom Gestern für Morgen lernen



    Dr. Bernd W. Dornach


    Die Digital-Enzyklopädie Wikipedia ging vor 25 Jahren mit einem Geschäftsmodell an den Start.


    Das Internet als ein friedlicher Ort des Lernens von erfahrenen und verantwortungsvollen Experten ohne politische Machtansprüche.


    Weniger zur unreflektierten Übernahme der Inhalte sondern zur eigenen Inspiration und zum Weiterdenken.


    Gedacht als neuer qualifizierter Sparringpartner, zusätzlich zu anderen häufig noch analog daherkommenden Informationsquellen.


    Ordentliche Zitation im wissenschaftlichen Sinne war damals noch eine Selbstverständlichkeit. Die weiterführenden Quellen bei Wikipedia eine Herausforderung für die Profis, die in die Tiefe gehen wollen.


    Kein Platz für den heutigen Stand der technischen Weiterentwicklung mit Abgriff individueller Daten und Algorithmen zur Manipulation diverser Interessen. Aus Prinzip Gemeinnützig, kostenlos und offen für Alle. World Wide Web (www) in 300 Sprachen. Ohne staatliche Zensur und kapitalistischen Interessen.


    "Die Befürchtungen, dass die Menschen fortan nur noch Halbwissen zu lesen bekommen, weil keine bezahlten Fachleute mehr daran arbeiten, hat sich nicht bewahrheitet. Die Wikipedianer recherchieren und schreiben nicht nur, sie betreiben auch Selbstkorrektur."


    Wikipedia hat überlebt, obwohl das Internet mit immenser Reichweite von wenigen großen Portalen und als Geschäftsmodell von den wertvollsten Unternehmen der Welt Meta, Alphabet und Amazon als Plattform-Anbieter monopolistisch dominiert wird.


    Die Inspirationen zu diesem Beitrag von Feuilleton-Chef Richard Mayr der Augsburger Allgemeinen titelt er so:


    "Die Konzerne haben das Netz in eine Droge verwandelt."*


    Die Algorithmen sind bei KI heute so angelegt, dass möglichst viel Zeit auf die Beschäftigung damit entfällt und sich daraus Verhaltenskonsequenzen, wie beispielsweise Handels- und Dienstleistungsumsätze generieren lassen. Richard Mayr zitiert eine repräsentative Digitalstudie für das Jahr 2025, die eine durchschnittliche Nutzungsdauer der Informationen auf den Smartphones von 72 Stunden pro Woche ergibt. Das sind rechnerisch unfassbare zehn Stunden pro Tag. 


    Zwischenergebnis von Richard Mayr: Die Idee Wikipedia könnte Mut machen. "Eine andere digitale Welt wäre ja immer noch möglich - offen, gemeinnützig und am Wohl des Menschen orientiert. Was spricht eigentlich dagegen?"


    * Mayr, Richard: Von Wikipedia können wir lernen, wie der digitale Raum sein könnte, Kommentar in:  Augsburger Allgemeine vom 14.01.2026



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